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Forum  News  Highscore  Dragopedia  07.05.2026 12:11:57 Uhr

Beweise Dich als meisterhafter Stratege, schlauer Händler und kluger Herrscher in Dragosien, dem Land der Drachen.

Errichte eine Siedlung, baue eine Drachenzucht auf und messe Dich in der königlichen Liga der Drachen.

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<b>Beowulf</b> ist ein jugendlicher Drache. Gutes Training bereitet den jungen Drachen optimal auf seine Aufgaben in der Arena vor.

Beowulf ♂ (560 Punkte, 0 Elo)

Beowulf ist ein jugendlicher Drache. Gutes Training bereitet den jungen Drachen optimal auf seine Aufgaben in der Arena vor.

Besitzer:
freier Drache

Eltern:
-

Besondere Stärken:
Kraft

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Im Gotenreiche, das der weise König Hygelac beherrschte, lebte vorzeiten der junge Beowulf, der zu des Landes tapfersten und stärksten Kriegern zählte. Schon als Knabe hatte er sich durch seine Kühnheit hervorgetan, als er einst in voller Rüstung weit ins Meer hinausgeschwommen war, um die Seeungeheuer zu bekämpfen. Eine ganze Nacht hatte er dort in dem brandenden Meer zugebracht und viele der Unholde, die ihre Fangarme nach ihm ausstreckten, besiegt.

Eines Tages kam an des Königs Hof ein dänischer Spielmann, der sang von der herrlichen Burg, die sein Herr, der König Rudigar von Dänemark, sich erbaut hatte. Staunend hörten die Helden von den säulengeschmückten, schimmernden Hallen, und mit Ingrimm vernahmen sie von Grendel, einem schrecklichen Moorgeist, der dort sein Wesen trieb und den König mit seinen Mannen in Furcht und Schrecken hielt.

Nachdem der Sänger sein Lied beendet hatte, trat Beowulf vor König Hygelac und bat um Urlaub. Er wollte den Kampf wagen und den Dänenkönig aus seiner schweren Bedrängnis befreien. Der König und seine Ratgeber billigten die gefährliche Reise, obgleich ihnen der tapfere Beowulf lieb war.

Mit vierzehn Waffengefährten bestieg der junge Recke ein wohlausgerüstetes Schiff, fuhr übers Meer und erreichte glücklich Dänemarks Küste und die Hirschburg, die mitten in der Heide lag. Wie staunten die Goten, als sie das mächtige Bauwerk mit Türmen und Zinnen erblickten, das in der Morgensonne funkelte und glänzte wie Walhall, der herrliche Wohnsitz der Götter!

Der alte König Rudigar empfing die Gäste freundlich und ließ sie ihre reisemüden Glieder ausruhen. Aber nur mit Sorge hörte er von dem Entschluß Beowulfs, den grimmigen Moorgeist zu bekämpfen. "Schon so viele meiner besten Mannen hat er umgebracht", seufzte der König, "daß wir uns zur Nachtzeit immer vor ihm bergen müssen."

Beowulf jedoch blieb entschlossen, Grendel zu besiegen oder sein Leben zu lassen.

Als die Dämmerung kam, wagte keiner der Dänenkrieger, in der Halle zu bleiben. Beowulf aber gebot seinen Kriegern zu ruhen. Er selber löste den Harnisch und legte das Schwert beiseite; denn er wußte, daß der Unhold Grendel mit Waffen nicht zu besiegen war. Auch wollte Beowulf den Kampf mit dem Gegner unter gleichen Bedingungen bestehen.

Mitternacht war es, als ein riesenhafter Schatten lautlos über die Schwelle glitt. Er griff nach dem ersten der schlafenden Gotenkrieger und verschlang ihn. Dann streckte er seine gewaltige Faust nach Beowulf aus. Dieser ergriff sie mit solcher Kraft, daß der Unhold wild aufbrüllte. Nun begann ein hartes Ringen, immer fester umklammerte Beowulf den feuchten, scheußlichen Leib. Die Halle erbebte unter dem Stampfen der Kämpfenden, und todesmutig stürzten die Gotenkrieger herbei, ihrem Herrn zu helfen. Doch nicht Schwert noch Speer konnten der Zauberkraft des schrecklichen Grendel etwas anhaben. Um so fester aber war Beowulfs klammernder Griff. Zwar entkam ihm der Unhold mit grausigem Geheul, aber den Arm samt der Achsel mußte er dem Helden zurücklassen.

Die dänischen Recken eilten herbei, mit Grauen und mit Jubelruf bestaunten sie Beowulfs Siegesbeute. Man folgte der Blutspur des Todwunden, die sich durch die Heide bis an den Rand des brodelnden und gärenden Moores hinzog. Schon auf dem Heimritt kündete der Sänger in einem Preislied von Beowulfs Tat. Zu Ehren des Helden ließ König Rudigar ein großes Fest herrichten und beschenkte Beowulf und seine Männer mit kostbaren Gaben.

Bis in die Nacht währte das Fest bei Met und fröhlichem Saitenspiel, bei Jubel und Becherklang.

Doch es gab ein schreckliches Erwachen. Denn war Grendel auch tot, so lebte seine Mutter, das schreckliche Moorweib. Lechzend nach Rache, mit Feuerflammen in den Augen, stieg sie aus der Tiefe des Moores herauf, folgte der Todesspur ihres Sohnes und drang in die Hirschburg ein. Sie packte den ersten besten der Schlafenden, einen Vertrauten König Rudigars, schlug ihre Krallen in seinen Leib und entkam mit ihrer Beute, ehe die Krieger zum Schwerte greifen konnten. Wie Hohn hallte aus der Ferne das schrille Gelächter der Unholdin durch die Nacht.

Entsetzt über solchen neuen Frevel standen die Goten ratlos. Doch Beowulf sprach ihnen Mut zu. "Allvater hat den Weltenlauf so geordnet," rief er, "daß gute Tat den Sieg behält über bösen Spuk und über alle bösen Geister!"

Dann ritten Rudigar und Beowulf mit ihren Mannen dem Grendelmoore zu, dessen brodelndes Brausen schon aus der Ferne zu hören war. Die Pferde bäumten sich, zitterten vor Furcht, je mehr sie sich dem unheimlichen Ort näherten. Auch den Waffengefährten bebten die Hände, als sie Beowulf wappneten. Der junge Recke wandte sich zum Abschied an König Rudigar, dann faßte er seinen mächtigen Speer und sprang in voller Rüstung in die gähnende Tiefe.

Auf dem Grunde des Moores mußte er einen Kampf auf Leben und Tod mit dem furchtbaren Moorweib bestehen. Mochte Beowulf auch sein gutes Schwert Rausching auf ihr Haupt niedersausen lassen, der Zauber schützte sie vor jeder Verwundung. Sie packte den Helden mit den Eisenkrallen ihrer Hände, trug ihn in ihre trockene Halle und rang ihn mit übermenschlicher Kraft zu Boden. Nur der gute Harnisch schützte Beowulf vor dem Tode. Da gewahrte er an der Wand des Gewölbes ein altes Schwert des Riesengeschlechtes, eine Waffe aus der Vorzeit. Es gelang ihm, dieses zauberstarke Schwert zu fassen, und mit ihm tötete er die Moorfrau. Dann schlug er Grendels Leichnam, den er in der Halle fand, das Haupt ab.

Lange Stunden hatten die Waffengefährten auf Beowulfs Rückkehr warten müssen. Wie jubelten sie, als der Strudel ihn plötzlich jäh in die Höhe riß und aus dem quirlenden Schaum emporhob! Bei sich führte er als Siegeszeichen den Schwertgriff der Riesenwaffe und das blutige Haupt Grendels.

Bald darauf schied Beowulf reich beschenkt von Rudigars Hofe. Der greise König, dem der Abschied sehr schwer fiel, vergoß Tränen des Dankes, als er den Helden ziehen ließ.

In hohen Ehren diente Beowulf nun wieder seinem König im Gotenlande. Als Hygelac und sein Sohn darauf im Kriege unter den scharfen Schwertern der Friesen den Tod fanden, schien niemand würdiger, die Krone zu tragen, als der tapfere Beowulf. In Milde und Gerechtigkeit führte er das Zepter, und kein Feind wagte es, sich gegen ihn und sein Reich zu erheben.

Doch eines Tages wurde der Friede plötzlich gestört. Feuersglut wälzte sich von den Bergen herab in die friedlichen Täler und verbrannte Burgen und Gehöfte, mit dem Morgen klomm der Brand wieder die Höhen hinan. Und Nacht für Nacht geschah das gleiche.

Ein Drache war es, der sich dort oben im Gebirge eingenistet hatte. König Beowulf, ob er auch alt geworden war, zögerte nicht, den Kampf gegen das Ungeheuer aufzunehmen. Er ließ sich einen Schild schmieden, der ihn vor dem Drachengift schützen sollte, und wagte mit elf ausgewählten Männern den furchtbaren Kampf. Ein Funkenregen sprühte über die Helden hin und nahm ihnen den Atem. Beowulf versuchte, den Kampf gegen den feuerspeienden Drachen allein zu bestehen; aber an der Zauberkraft der schuppigen Hornhaut zersprang sein gutes Schwert, und er empfing von dem Ungeheuer eine schwere Wunde. Seine Gefährten hatten sich in den Wald geflüchtet. Nur Wiglaf, sein treuer Waffenbruder, kam ihm zu Hilfe und traf den Drachen in die ungeschützten Weichen. Und Beowulf, obwohl aus furchtbaren Wunden blutend, stieß dem Untier den Speer in die Seite, daß sein glühender Atem verwehte und es röchelnd verendete.

Aber der Sieg über das Ungeheuer kam die Goten teuer zu stehen; denn der Drache riß Beowulf, den herrlichen Helden, mit sich in den Tod: das Drachengift und die schweren Wunden hatten Beowulfs Lebenskraft zerstört. Bevor Beowulf starb, hatte er Wiglaf die Schätze vor sich ausbreiten lassen, die er dem Drachen entrissen hatte.

Mit hohen Ehren bestatteten die Goten ihren toten Heldenkönig, der ein Vorbild tapferen, ruhmreichen Lebens gewesen war. Ein mächtiger Scheiterhaufen wurde aufgeschichtet, auf dem Beowulf in blinkender Rüstung, so wie er stets zum Kampfe ausgezogen war, ruhte; er sollte nicht waffenlos einziehen in die strahlende Halle der Götter. Die Edelinge umritten den riesigen Feuerbrand, und dann errichteten sie einen hohen Grabhügel am Vorgebirge, der weithin über die See sichtbar war. Der fluchbeladene Schatz wurde - wie es Beowulf befohlen hatte - dem Helden mit ins Grab gegeben

Der Kampf mit dem Drachen
-Beowulfs Tod
In einer verborgenen Felsenhöhle ruhten von alters her viele reiche Schätze, wohin sie in Urzeiten ein unbekannter Eigentümer versteckt hatte. Diesen wertvollen Hort entdeckte ein Lindwurm, ein habgieriger Drache, wie sie, von Flammen umlodert, oftmals nachts umherfliegen, und nahm alsbald auf dem Felsen Besitz von demselben.
Dreihundert Winter lag er auf dem roten Gold und schaltete und waltete ungestört über den Hort. Da ereignete es sich, daß ein unfreier Knecht, welcher seinem zornigen Gebieter entflohen war und in der Wildnis umherirrte, die Stelle entdeckte und den Schatz gewahrte, während der Drache schlief. Er schaute all das funkelne Gold in der Höhle, nahm eine uralte mit Edelsteinen geschmückte schwere Goldschale von dem Haufen hinweg und brachte sie seinem Herrn, um sich damit loszukaufen. Der Herr nahm die Lösung an und gewährte dem unfreien Mann Frieden und Freiheit.
Als aber der Lindwurm erwachte, vermißte er alsbald die köstliche Edelsteinschale und geriet in große Wut. Er roch an den Steinen und witterte bald, daß ein Mensch die That vollbracht hatte. Da er den Dieb nicht entdecken konnte, so gedachte er den Landesbewohnern den Raub mit lodernder Feuersglut zu vergelten und erwartete ungeduldig den Anbruch der Dunkelheit.
Als es Nacht war fuhr er glutenspeiend über das Land, versengte Höfe und Hallen und rottete alles Lebendige aus. Vor Tagesanbruch kehrte er wieder zurück und rastete grimmig auf dem Hort.
Alsbald liefen die Leute mit der schlimmen Kunde zu Beowulf, denn selbst das dem König gehörige Haus, vor dem er immer Gaben zu verteilen pflegte, war von den Flammen verschlungen worden.
Düstere Gedanken beschlichen den greisen König, als er sein Land und Volk so in Not sah, und er beschloß, dem Unheil zu steuern. Einen vollen Tag (siehe Bild) saß er in tiefen Gedankenan dem Ufer des bei seiner Burg gelegenen Sees und erwog alles in seinem Innern; dann ließ er sich sogleich einen schweren eisernen Schild schmieden, denn gegen die feuerspeiernden Drachen waren die mit Erzhand versehenen Lindholzschilde, wie sie die Goten trugen machtlos. Keine zahlreiche Mannschaft sollte ihn begleiten, nur elf bewährende Kampfgenossen erlas er, um mit ihnen den Wurm zu bestehen. Er hatte den Ursprung des tödlichen Hasses, mit dem der Unhold Volk und Land verfolgte, erfahren. Der Knecht samt der Goldschale war ihm ausgeliefert worden und mußte ihm nun den Pfad zu dem Drachenhort weisen. Auf einem Abhang des steilen Felsenberges, rastete der edle König und nahm von seinen genossen Abschied, da er, nachdem er den schmalen zu der Höhle führenden Pfad gewahrt hatte, erkannte, daß er das Abenteuer mit dem Wurm allein zu bestehen habe.
"Viele starke Kämpfe," also ließ er sich vernehmen, "bestand ich als Jüngling. Sieben Winter erst war ich alt, als mich König Rodilo in seine Halle aufnahm und gleichwie einen Sohn hegte und pflegte. Getreulich hab' ich dem teuren Fürsten die Liebe und Pflege vergolten, und immer noch gedenke ich in aufrichtiger Verehrung des heren Völkergebieters. Mit Schild und Schert will ich diesmal den Hort des Drachen erringen. Wenn ich als Jüngling gern mit kühner Faust meine Thaten vollbrachte, so will ich nun als Greis die Fehde nicht meiden, sondern als der Beschirmer des Volkes den grimmen Landschaden vernichten. Einen jeden von euch teuren Genossen grüße ich nun zum letztenmal, denn nicht weiß ich, ob mir von den Göttern Sieg beschiden ist.
Einstens ging ich ohne Schwert und auch diesmal würde ich es thun, aber Gift und Feueratem des Drachen ertrage ich nicht mehr im Alter, deshalb hab' ich mir Brünne und Schild angethan. Keinen Schritt will ich vor dem Feind weichen; was das Geschick mir bestimmt, will ich geduldig ertragen. In Brünnen gerüstet wartet am Felsenhang hier, ob ich lebend zurückkehre. Ich werde den Hort erringen, oder der Kampf raubt euch euern Herrn und König!"
Mit diesen Worten erhob sich der Held, nahm Schild und Schwert und stieg empor zur Felsenkuppe. An der Steinwand traf er auf eine gewölbte Öffnung, aus der dampfende Flut hervorbrach, die von dem Feuerhauch des Drachen glühend heiß war. Kein menschliches Wesen vermochte deshalb in die Höhle zu dringen, ohne sich gänzlich zu versengen. Zornig rief da Beowulf in das dampfende Gestein hinein und schlug mit seinem Schwert dröhnend auf den Eisenschild.
Der Drache vernahm die Meschenstimme, zunächst zischte sein Feueratem in heißen Dunstschwall aus der Öffnung hervor, dann fuhr er selbst mit grauenhaftem getön heraus und peischte kampfgierig mit seinem Schuppenschweif den Grund, daß Erdgeröll und Steine hoch emporfuhren. Beowulf erwartete ihn mit vorgehaltenem Schild, das Schwert in der Hand. Da bog sich Wurm rasch zum Ring zusammen und kam nun feuerschnaubend wie ein Pfeil dahergeschlossen. Der Eisenschild schützte den Helden in etwas vor der giftigen Feuersglut, er vermochte sein Schwert zu schwingen und traf den Wurm an einer der Vordertatzen, ohne ihn schwer zu verwunden, aber das Ungetüm geriet durch den Schlag in rasende Wut. Es bäumte sich empor und spie Ströme von Feuer aus, daß die sengenden Gluten das Verbleiben an dieser Stelle fast unmöglich machten, Beowulf versetzte ihm Schlag auf Schlag mit dem Schwert, aber er richtete nichts aus, denn die Klinge biß in den harten Schuppenpanzer nicht ein, und der Drache pustete und schnob immer wütender, so daß der Held in ernstliche Not kam.
Als Beowulfs Streitgenossen die ganze Bergeskuppe in Feuer und Dampf gehüllt sahen und das grausige Getöse vernahmen, eilten sie schreckensbleich von dem Bergeshang nach dem nahen Gehölz und verbargen sich im Dickicht. Einzig der Sohn Weochstans, der tapfere Wiglaf verlor, obgleich es sein erstes Abenteuer war, den Mut nicht, und er schritt hilfebereit den Felsenpfad hinan, indem er den flüchtenden Kämpen nachrief: "Eilet mit mir euren Herrn zu Hilfe, ihr Degen, gedenket daran, wie oft wir Gaben von Beowulf empfingen und wie wir ihm für Treue gelobten in Not und Tod! Er selbst erlas uns aus seiner ganzen Heldenschar zu dieser Fahrt, weil er uns für tapfer und kampfesmutig hielt. Wohl wollte er das Werk allein vollbringen, aber seine Kraft reicht nicht aus, und er muß ohne unsern Beistand zu Grunde gehen. Laßt uns ihm kühnlich helfen wider den feuerspeienden Drachen! Eher soll mein Leib die giftige Höllenglut verzehren, ehe ich zurückweiche. Schmach uns, wenn wir der Gefahr den Rücken wenden und Wehr und Waffen unbenützt nach Hause tragen, ehe des Königs Leben gerettet und der Wurm gefällt ist! Schlecht übten wir Heldenbrauch, müßte er in der Kampfnot verlassen fallen. Auf Freunde! Unser aller Brünne und Schwert, Schild und Helm soll gemeinsam für ihn sein!"
Vergebens war sein Mahnruf. Die Feiglinge kehrten nicht um. Da rannte er allein durch Rauch und Glut mit seiner wehr zu Beowulf und deckte den teuren Herrn mit seinem Schild, indem er ihm zurief: "Beowulf, teurer Fürst, ich komme dir zu Hilfe. Halte stand und wehre dich deines Lebens, du fehdegewaltiger Held!"
Wie ein Blitz kam da Drache zum zweitenmal in feuriger Glut angeschossen, daß Wiglafs Lindenschild sogleich in Flammen aufging und die Glut ihm trotz der ehernen Brünne den Leib versengte, weshalb er sich hurtig hinter dem großen Eisenschild Beowulfs barg. Der tapfere Greis ließ da mit aller Kraft sein gutes Schwert Nagling nochmals auf das Haupt des ungetüms niedersausen, aber die Klinge biß nicht ein und zersprang an dem harten Drachenschädel. In Wut und Schmerz bäumte sich da der wurm hochauf und wand sich mordgierig um den Hals des kühnen Beowulf, dem er die Zähne tief in Schulter und Nacken schlug, daß das Blut dunkelrot aufspritze.
Nun konnte Wiglaf seine treu und Tapferkeit erweisen,er wich nicht von dannen, sondern bohrte dem Wurm, der bei dem Ringen die ungeschützte Weiche sehen ließ, das Schwert tief ins Eingeweide, so daß er von Beowulf ablassen und sich gegen den neuen Feind wenden mußte.
Diesen Augenblick benutzte Beowulf, zog rasch sein scharfes Halbschwert, das ihm am Gürtel hing, und zerschnitt dem Wurm das ganze Gekröse bis tief auf den Rücken hinein, so daß ihm Kraft und Leben gebrochen wurde und er unter grausigem Stöhnen seinen aushauchte. So war der grause Wurm durch die Stärke der beiden Helden gefällt und das Land von der Not befreit.
Der greise König hatte hiermit die letzte Heldenthat auf Erden vollbracht. Die ihm von dem giftigen Lindwurm geschlagende Wunde begann rasch zu schwellen und zu schwären, und wie heißer Brand sengte ihm die Brust der schlimme Geifer. Da ging er mit mattem Schritt zu einem Stein an der Bergwand und setzte sich todmüde nieder, indem er die Drachenhöhle, die von starken Steinbögen gestützt war, betrachtete.
Indessen lief Wiglaf nach Wasser, labte den matten Herrscher damit und löste ihm, nachdem er ihm die Wunde ausgewaschen hatte, Helm und Brünne vom Leibe. Müde senkte Beowulf das Haupt, er spürte, daß seine Tage gezählt und die Freuden des Erdenlebens für ihn vorüber waren. "Gern würde ich," begann er, "meinem Sohn diese guten Waffen schenken, aber die Götter haben mir keinen Sprossen vergönnt, nimm du sie drum, getreuer Wiglaf! Allein beherrschte ich das Gotenland dreißig Winter lang. Keiner der benachbarten Heerfürsten wagte es, mir mit Streitmacht zu nahen und mich mit Krieg zu überziehen. Der Götter Willen erharrte ich in der Heimat und erhielt das Meine, nicht schürte ich Feindschaften und schwor Meineide. Der Weltenvater kann mir nicht den Mord meiner Sippe vorwerfen, wenn mir jetzt das Ende meiner Tage naht.
Eile dich, lieber Wiglaf, und such das Gold im hohlen Stein, da ja der Drache erschlagen ist, spute dich aber, damit mir nicht die Augen im Tod vergehen und ich die Schätze noch schauen kann! Leichter scheide ich dann vom erdenleben und meinem geliebten Volk und Land!"
Alsbald erfüllte Wiglaf den Wunsch des verwundeten Helden und eilte in den hohlen Berg. er fand den großen Erdsaal voller Kleinode, Gold lag am Boden und glänzte von den Steinpfeilern und Wänden. Uralte Becher und Krüge standen da und prächtig verzierte Armringe und Spangen. Alte Helme und Schilde, mit Gold und edelsteinen reich geschmückt, hingen an den Ecken, und über den reichen Hort breitete sich von der Decke herab ein kostbares Banner, ganz vom lichtem Gold. Ein Schein und Schimmer ging von ihm aus, daß Wiglaf den ganzen Raum überblicken und den Schatz aufs genaueste sehen konnte.
Hurtig entnahm er demselben da das Banner, ein langes, ehernes Schwert und die schönsten Becher und Schalen und brachte sie eilends zu Beowulf, den er tieftraurig und dem Tode nahe fand. Nachdem er ihn wiederum mit Wasser gelabt hatte, vermochte Beowulf nochmals die augen zu erheben und zu sprechen. Er schaute seufzend die prächtigen Stücke des Hortes und sprach: "Für dieses reiche Gut preise ich den Weltenvater, den ewigen Herrscher, und danke ihm, daß es mir vergönnt war, vor meinem Ende für mein Volk und Land diesen Schatz zu erwerben. Ich habe um ihn mein Leben gelassen, lindert nun ihr, meine Nachkommen, damit der Landbewohner Not! Nicht länger weil' ich hier: Heiß' die Helden für mich einen Hügel wölben an dem brausenden Meer auf Hornas-Näs, dann werden die Seefahrer nach ihm schauen, wenn sie die Segelrosse durch die wogende Flut lenken, und Sprechen: "Schaut dort Beowulfs Hügel!"
Er löste das goldene Halsgeschmeide vom Nacken und gab es dem Jüngling, indem er mit verlöschender Stimme also sprach: "Du bist der Endsproß unseres Geschlechts, der letzte der Wägmunde. Wurd nahm mir alle meine Lieben! Ihnen folg' ich jetzt. Leb' wohl! Grüß' mir meine getreuen Goten!"
Das waren seine letzten Worte. Bleich lehnte er an der Felsenwand, indes seiner wunden Brust blutige Tropfen entquollen. Seine Seele war entflohen und suchte nun die vorangegangenen Magen in der Seligen Saal.
Schwerer Kummerumfing den jungen Wiglaf, als er den verehrten König im Tod dahin gegangen sah. Wohl lag neben ihm der grimme Lindwurm, der über den Hort nicht länger schalten konnte, tot, aber solch getreuen, tapferen Fürsten gab es nicht wieder unter allen Helden der Männererde.
Als Wiglaf eben tief bekümmert zu Boden schaute, kehrten die feigen flüchtigen Gesellen, die ihren Herrn verzagt in der Not verlassen hatten, aus dem Versteck zurück. Schamvoll näherten sie sich dem Orte, wo der tote Held am Felsen lehnte und Wiglaf vergeblich bemüht war, ihn mit Wasser zum Leben zurückzurufen.
Mit Verachtung schaute der Jüngling die Feiglinge an und sprach mit herbem Tone: "Nutzlos hat dieser milde König, der euch so oftmals auf der Metbank mit Kleinoden oder Brünnen und Gewanden beschenkte, an euch die Gaben verschwendet. Wenig konnte er mit euch, die ihr in der Not des Kampfes hinweg liefet, beginnen! Ich als einziger vermochte ihm nur mühsam das Leben zu schirmen in dem schweren Streit. Ich that, was ich konnte, aber zu wenig Helfer umstanden den Helden in der Stunde der Gefahr! Nun soll euch Schatz und Schwertgabe fehlen, euch und eurer ganzen Sippe! Friedlos und freudlos müßt ihr werden, wenn die Leute eure schändliche Flucht erfahren. Wahrlich, der Tod wäre euch besser, als solches schmachvoll unselige Leben!"
Er sandte darauf einen Boten in die Höfe, wo die gotischen Männer zusammengeschart saßen und das Ende des Tages besorgt erwarteten. Hastig ritt der Sendemann über die Höfe und verschwieg die Wahrheit nicht. "Des Todes Bande," kündete er, "fesseln den tapfern Gotengebieter. Droben auf der Bergeskuppe liegt der herrliche König, tot vom Bisse des Lindwurms, doch neben ihm liegt auch der grimme Wurm, hingestreckt von des Helden Klinge. Über dem toten Beowulf sitzt der treue Wiglaf und hält sorglich die Totenwache. Schlimme Zeiten nahen dem Land, wenn den Franken und Friesen der Fall des hehren Herrschers bekannt geworden ist.
Der Schwedentreubund wird gelöst werden, sobald sie erfahren, daß Beowulf dahin ist. Gramvoll wird gar mancher ins Elend wandern, da der Lenker des Heeres ins Grab sank. Speere genug werden geschwungen werden, und kein froher Harfenschall wird uns mehr erfreuen!
Auf, lasset uns jetzt des Königs Scheitergerüst bereiten! Keines einzigen Mannes Gut und Gold braucht dabei zu schmelzen, denn der schwer errungene Hort bringt unermeßlichen Goldschatz. Das Totenfeuer wird von diesem Golde verzehren, kein Degen soll diese Ringe tragen, keine Maid ihren Hals damit schmücken!"
Also schloß er seine Rede, und alles Volk erhob sich und eilte bekümmert nach dem Berg. Da sahen sie den hehren Siegesfürsten auf dem Sand ruhen, blutig und bleich, ihm gegenüber den grimmen Feuerdrachen, von der eigenen Glut verschwält, ein schauerliches Ungetüm, wohl fünfzig Fuß lang, mit ungeheurem Rachen und fürchterlichen Klauen. Neben ihm lagen uralte Näpfe und Urnen, Becher und Schalen, teilweise trüb und rostzerfressen, denn sie hatten wohl tausend Winter im Erdenschoß geruht.
Da erhob sich Wiglaf, grüßte die Männer und rief: "Schauet hier den Schatz, den schwer erstrittenen! Ich war in der Drachenhöhle und gewahrte alles. Eilig ergriff ich auf den Wunsch des Königs das Beste, was ich von Kleinoden zusammenraffen konnte, und trug es heraus zur Augenweide des geliebten Gebieters. Euch entbot er seinen letzten Gruß. Ich will euch den Pfad weisen, wo auch ihr euch satt schauen könnt an all dem Gold und dem kostbaren Gut! Darauf wollen wir unserem teuren Herren die Bahre bereiten und ihm die letzte Ehre erweisen."
Für alles sorgend hieß Wiglaf die Wehrmänner Holz und Scheiter für das Flammengerüst des Königs nach Hornas-Näs führen, indem er also sprach: "Die lodernde Lohe soll nun den Siegesfürsten vberzehren, der oftmals im Schauer der Geschosse stand, wenn scharfe Pfeile und Speere in die Schilde sausten!"
Sieben der bewährtesten Männer wählte sich darauf der Jüngling aus und schritt als erster mit einer brennenden Fackel voran in die Wurmhöhle, um alles, was sie an Gold und Kleinoden enthielt, heraus zu schaffen an das Licht der Sonne.
Zahllose Reichtümer kamen da zu Tag, und alle staunten ob des ungeheuren Schatzes, den ihnen der todesgetreue König errungen hatte. Den Lindwurm aber, der nutzlos auf dem Gold gelegen war, wälzten sie auf der Felsenkuppe hinaus in die brandende See, welche den häßlichen Leib brausend und zischend verschlang, während das Gold sorgfältig auf Wagen geladen und in die Königsburg gebracht wurde. Nach Horna-Näs hinaus ans Meer aber führte man die Leiche des weißlockigen Königs und errichtete ihm dort einen hohen Scheiterhaufen, mit Helmen, Schilden, Brünnen und reichem Goldschmuck umhangen, während hoch oben der Leib des gepriesenen Helden ragte. Dann entfachten sie das gewaltige Feuer. Dunkel erhob sich der Rauch, und die Flammen knisterten und prasselten an den Scheitern, bis die Lohe sausend, emporschoß und den tapferen Helden unter dem Jammergeschrei des Volkes, das seinen heißgeliebten König nun nimmer sah, verzehrte.
Als die Flammen erloschen waren, wölbten sie den Steinhügel auf Hornas-Näs hoch und gewaltig. Der innerste Raum umschloß des Königs Gebeine, dann häuften sie viel Gold und Kostbarkeiten aus dem Drachensaal ringsum und verschlossen den Hügel mit gewaltigen Felsenstücken. Zehn Tage bauten sie an dem gewaltigen Beowulfs-Mal, das über Land und Meer weithin sichtbar emporragte. Nachdem es vollendet war, umritten Wiglaf und zwölf der gepriesensten Gotenhelden den Hügel, indessen die anderen die Totenklage anstimmten und die Sänger Beowulfs hehre Ritterschaft in Lidern priesen.
Das ganze gotische Volk beklagte und betrauerte viele Jahre lang den geliebten Herrn. "Keiner mehr," hieß es, " kommt wie er. Er war der König aller Könige, er war der gütige Herr, der sich das Lob und die Liebe des Volkes erwarb. Nimmer soll er vergessen sein!"
Also schließt das Beowulfs-Lied.


Quelle: Nordlandsagen, Emil Engelmann, Paul Neff Verlag, 1895, von björn jadu 2001


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